Unser Selbstverständnis

  • Unser Selbstverständnis

    Wir Jusos VG stehen für eine klare linke Haltung: sozialistisch, feministisch, internationalistisch, antirassistisch  und antifaschistisch.

Wir als Jungsozialist*innen innerhalb der SPD Vorpommern-Greifswald verstehen uns als ein sozialistischer, feministischer, nachhaltiger, antifaschistischer und internationalistischer Richtungsverband. Wir sehen uns als linker Teil der SPD und stehen zu ihr in einem kritisch-solidarischen Verhältnis. Wir wollen linke und progressive Ideen umsetzen. Unsere Ideen basieren auf unserer Vorstellung von einem gerechten menschlichen Zusammenleben, worin sich jeder Mensch nach seinen Interessen verwirklichen kann.

Als Ostverband setzen wir uns dafür ein, dass noch immer bestehenden Ost-West-Gefälle im Bund weiter abzubauen. Wir als Jusos VG sehen uns auch als Flächenverband. Die ländlichen Regionen müssen wir gemeinsam mit den städtischen Teilen verbinden. Dies gilt sowohl für unsere innerverbandliche als auch für unsere politische Arbeit. Wir wollen Möglichkeiten schaffen, dass sich junge Menschen aus ganz Vorpommern-Greifswald bei uns engagieren können, egal ob sie studieren, eine Ausbildung machen, noch zur Schule gehen oder schon berufstätig sind. 

Unsere Kernthemen

Feminismus

Der Feminismus ist einer der Grundwerte der Jusos und als solcher muss ihm auch im alltäglichen Verbandsgeschehen eine besondere Bedeutung zugestanden werden.

Die Arbeit eines feministischen Richtungsverbandes, als welchen wir uns begreifen, muss sich an intersektional feministischen Leitlinien orientieren und diese konsequent umsetzen. Dies beinhaltet vor allem, dass patriarchale Verhältnisse und daraus resultierende Ausgrenzung und Diskriminierung als solche anerkannt werden, welchen es sich entgegenzustellen gilt.

FLINTA* Personen sind auch in unserem Verband nach wie vor unterrepräsentiert. Wir begreifen es als unsere Aufgabe FLINTA* Personen aus unserem Verband gezielt zu stärken und zu fördern, sowie mehr FLINTA* Personen für politische Arbeit und Engagement zu begeistern.

Dazu wird die bereits gestartete FLINTA* Vernetzung der Jusos VG weiter ausgebaut und ggf. in Kooperation mit dem Landesverband der Jusos Mecklenburg-Vorpommern eine Neumitgliederkampagne gestartet, welche explizit FLINTA* Personen ansprechen soll.

Um jeglicher Art von Diskriminierung entgegenzutreten ist es erforderlich, dass sexistisches und/oder anderweitig diskriminierendes Verhalten klar benannt und aufgearbeitet wird.

Um uns stetig selbst zu reflektieren, müssen wir unsere Perspektiven auch mit anderen Jugendorganisationen austauschen, um gegenseitig von den “best practises” zu lernen. 

Dazu nehmen wir es uns zur Aufgabe, das Bewusstsein dafür zu stärken, welche Verhaltensweisen diskriminierend sind und wollen präventiv handeln.

Hierzu soll es auf den Sitzungen und Veranstaltungen Ansprechpersonen geben, welche bei Vorfällen ins Vertrauen gezogen werden können und entsprechend reagieren können. 

Sexismus ist in allen Bereichen unserer Gesellschaft anzutreffen. Diesen auch omnipräsent zu bekämpfen, muss Teil unseres politischen Anspruches sein, welcher sich aus unserem Selbstverständnis heraus ergibt. Konkret bedeutet das, dass sämtliche inhaltliche Arbeit auf das Vorhandensein einer feministischen Perspektive überprüft wird und diese im Zweifel ergänzt werden muss. Das bedeutet auch, dass auf Sitzungen auf eine quotierte Erstredner*innenliste geachtet werden soll. 

Der von diesem Verband repräsentierte Feminismus hat einen intersektionalen Anspruch. Damit einher gilt grundsätzlich eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber jeglichem diskriminierenden Verhalten. Wir stellen uns entschieden gegen Rassismus, Faschismus, Queerfeindlichkeit, Klassismus, Ableismus und Sexismus. Wir stehen ein für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität für alle Menschen.

Nachhaltigkeit

Die Klimakrise zeigt schon heute ihre Auswirkungen. Nun wird sie Jahr für Jahr stärker sichtbar. Diese Dramatik hätte von der Politik verhindert werden können. Da die SPD auf den verschiedensten Ebenen in den letzten Jahren Regierungsverantwortung innehatte, müssen wir selbstkritisch einsehen, dass auch wir nicht laut genug waren und uns zu spät für eine nachhaltige Politik eingesetzt haben. Vor allem wir als Jusos müssen nun der Motor innerhalb der SPD sein, der dafür sorgt, dass die politischen Maßnahmen ergriffen werden, um unseren Planeten vor dem totalen Kollaps zu bewahren. Unser Anspruch muss es sein, um jedes Zehntel Grad zu kämpfen. Tun wir dies nicht, wären die Folgen verheerend. 

Wir müssen uns ebenfalls dafür einsetzen, dass die Bewältigung der Klimakrise sozial gerecht abläuft. Das bedeutet für uns auch, dass aufgrund von unterschiedlich starken Folgen der Klimakrise, die Lasten des Klimaschutzes sowohl im Bund als auch global ausgleichend verteilt werden müssen. Regionen, wie beispielsweise der globale Süden, sollten nicht am stärksten unter den Emissionen der westlichen Welt leiden. Die Haupttreiber der Klimakrise müssen für die Rettung des Klimas zur Kasse gebeten werden! 

Als Haupttreiber der Klimakrise sehen wir den Kapitalismus. Ein System, welches nach unendlichem Wachstum strebt, auf einem Planeten, der jedoch nur endliche Ressourcen besitzt. Der Klimaschutz darf daher nicht nur Aufgabe des Individuums sein. Dieses Problem wollen wir systemisch lösen. 

Trotzdem bleibt es wichtig, ein ökologisches Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung zu schaffen, da auch kleine Maßnahmen in der Summe etwas verändern können. Für uns ist klar, dass ein weiterer Haupttreiber der Klimakrise Superreiche und deren Verhalten sind. Diese tragen damit eine große Verantwortung für die Klimakatastrophe, deswegen müssen wir dafür kämpfen, dass Superreiche endlich zur Verantwortung gezogen werden und zur Kasse gebeten werden. Bei den politischen Maßnahmen ist für uns klar, dass diese sofort umgesetzt werden müssen. Wir können nicht, wie andere politische Mitstreiter, auf die Forschung und ein Wunderheilmittel hoffen. Wir können auch nicht warten, bis sich Märkte regulieren. Dies würde zu lange dauern und wäre unsozial. 

Zu Nachhaltigkeit zählen wir ebenfalls den Umwelt- und Artenschutz. Die biologische und

geographische Vielfalt unseres Planeten muss erhalten bleiben, um für nachfolgende Generationen zugänglich zu bleiben. Daher muss in bestimmten Bereichen Klima- und

Umweltschutz getrennt betrachtet werden. Diese Herausforderungen wollen und müssen wir angehen und zeigen, dass es sich lohnt, sich bei uns Jusos für einen nachhaltigen Planeten einzusetzen. Außerdem müssen wir uns für die

Bewältigung dieser Menschheitsaufgabe stärker überparteilich und mit zivilgesellschaftlichen

Organisationen vernetzen, um die Besten Lösung schnellstmöglich umzusetzen: Hierfür

müssen wir den Protest auf der Straße und in unsere Partei tragen!

Sozialismus

Als Jusos setzen wir uns für einen demokratischen Sozialismus ein. Wir möchten eine Gesellschaft, in der alle an den Gewinnen teilhaben. Das Mindestziel muss dabei sein, dass alle Menschen von ihrer Arbeit leben können!

Wir sind uns bewusst, dass die gerechte Verteilung gerade in einer Welt der knapper werdenden Ressourcen immer wichtiger wird und wir jetzt handeln müssen. Unser kritischer Blick soll dabei nicht auf den marginalisierten Bevölkerungsgruppen ruhen, sondern auf den Personen, die überproportional profitiert haben von dem wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands: den Millionär*innen und Milliardär*innen

Die zunehmende Vermögensungleichheit, zugunsten der aller Reichsten, muss aufhören! 

Die Aufgabe dieses Vorstands ist es, die Ziele mit Leben zu füllen. Die Ungerechtigkeiten werden sich ohne unser vehementes und ausdauerndes Engagement nicht überwinden lassen. Wir wollen dabei Lösungen kritisch diskutieren und in den Austausch gehen mit anderen progressiven Organisationen.

Für unsere Ideen eines demokratischen Sozialismus müssen wir insbesondere wieder mehr junge Menschen begeistern. Wir wollen zeigen, dass das wirtschaftliche System veränderbar ist und das demokratische System auch fähig ist, diese Veränderungen umzusetzen.

Internationalismus & Antirassismus

Einer der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft ist der Rassismus vor allem gegenüber Geflüchteten, der nicht tolerierbar ist und bekämpft werden muss. Antirassismus als Kernthema darf nicht nur ein inhaltliches Thema sein, sondern muss sich ebenso in der innerverbandlichen Arbeit widerspiegeln

 

Darüber hinaus verstehen wir Internationalismus nicht nur als eine Solidarität mit Menschen in anderen Ländern, sondern als eine Verpflichtung, globale Zusammenhänge zu erkennen und darauf hinzuwirken, dass Menschenrechte weltweit geachtet werden. Dies schließt den Einsatz für Klimagerechtigkeit ebenso ein wie die Unterstützung von friedlichen Konfliktlösungen und die Bekämpfung von Ungerechtigkeiten auf internationaler Ebene. Nur durch eine starke internationale Vernetzung und Zusammenarbeit können wir die globalen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen und eine gerechtere Welt schaffen. 

In diesem Sinne werden wir uns in der kommenden Wahlperiode verstärkt dafür einsetzen, dass unsere Vision einer global gerechten, friedlichen und nachhaltigen Welt Realität wird.

 

Antifaschismus

Wir wollen als Jusos weiter in der ersten Reihe stehen, wenn es darum geht, Faschist*innen den Weg zu versperren. Dazu gehört es nicht nur an Demos teilzunehmen und sich mit Opfern zu solidarisieren, sondern ganz besonders auch der politische Kampf gegen rechts in den Strukturen, in denen wir leben. 

Wir müssen Antworten darauf finden, dass immer wieder faschistische Organisationen fruchtbaren Boden in den Apparaten des Staates finden, die vorgesehen sind unsere demokratisch freiheitliche Grundordnung zu bewahren und zu verteidigen. Wir müssen uns dagegen wehren, dass diese Fälle als Ausnahmen und Einzelfälle bezeichnet werden und offensiv Versagen von Verantwortlichen benennen, wo es stattfindet.

Uns ist klar, dass Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und Homophobie kein Teil einer freien Meinungsäußerung sein kann und es Aufgabe einer demokratisch freiheitlichen Gesellschaft ist, solche Verhaltensweisen anzuprangern und ihnen systematisch die Plattformen zu entziehen. Mit Nazis gibt es keinen Diskurs auf Augenhöhe. Der beste Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien ist es nicht mit ihnen zu verhandeln, sondern ihre Fehlerhaftigkeit und Perfidität aufzudecken und jene die sie verbreiten aus dem öffentlichen Leben zu verbannen.